Der beliebte und sonnige Ausflugs- und Ferienort in der Ferienregion Elm im Kanton Glarus, 1300 m.ü.M.

Glarner Hauptüberschiebung auf Unesco-Liste

Quelle: Tages-Anzeiger vom 8. Juli 2008
Nach der Bahnlinie Albula/Bernina hat das Welterbe-Komitee der Unesco auch die Glarner Hauptüberschiebung auf die Liste des Weltnaturerbes gesetzt.

An den Tschingelhörnern ist die Trennlinie zwischen der älteren Gesteinsschicht (oben) und der jüngeren gut erkennbar. title=

Die Hauptüberschiebung liegt im Grenzgebiet der Kantone St. Gallen, Glarus und Graubünden. Das über 300 Quadratkilometer grosse Gebiet um den Piz Sardona zeigt wie nirgendwo sonst die Entstehung der Alpen. Durch die Faltung liegen die ältesten, rund 150 Millionen Jahre alten Gesteinsschichten über den viel jüngeren.

Das lässt sich an den Bergen als messerscharfe Linien ablesen. Vom Pizolgebiet GR bis zur Lochsite bei Sool/Schwanden GL ist die Glarner Hauptüberschiebung auf rund 30 Kilometern und von Flims GR nach Schwendi im Weisstannental SG auf über 20 Kilometern auffällig im Gelände erkennbar.

Rätsel für Wissenschaft

Während Jahrzehnten bereitete die Entstehungsgeschichte der Glarner Alpen der Wissenschaft Kopfzerbrechen: Normalerweise liegen junge Gesteine auf alten. Hier ist es gerade umgekehrt. So genannter permischer Verrucano (zwischen 250 und 300 Millionen Jahre alt) liegt meist auf etwa 50 Millionen Jahre alten Flyschgesteinen.

Bereits im 19. Jahrhundert erkannten die ersten Erdwissenschafter, dass hier offenbar durch Schub aus dem Süden kilometermächtige Gesteinsserien zwischen Aarmassiv und Gotthardmassiv herausgepresst wurden. Sie wurden dadurch mehr als 35 Kilometer nach Norden verfrachtet und kamen schliesslich auf der ursprünglichen Sedimenthülle des Aarmassivs zu liegen.

Hierbei handelte es sich um eine wichtige Erkenntnis, die das Verständnis des Baus der Alpen revolutionierte. Sie fand zu Beginn des 20. Jahrhunderts allgemeine Anerkennung.

Zuvor gingen die Erdwissenschafter davon aus, dass Gesteinsfalten und Gebirge aufgrund der Schumpfung der Erde im Zusammenhang mit der Erdabkühlung entstanden. Nun aber erkannte die Fachwelt, dass Falten und Überschiebungen das Resultat dynamischer Bewegungsprozesse waren. Die praktische Erklärung dazu lieferte die Theorie der driftenden Kontinente, später bestätigt durch die Plattentektonik.

Neun Schweizer Kultur- und Naturstätten

Gestern hatte das Welterbe-Komitee der Unesco bereits die Bahnlinie Albula/Bernina auf die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen, wie das Bundesamt für Kultur mitteilte. Die Rhätische Bahn (RhB) ist erst die vierte Eisenbahn, welche die Aufnahme als Welterbe geschafft hat.

Damit werden insgesamt neun Schweizer Kultur- und Naturstätten von der Uno-Kulturorganisation als besonders schützenswert eingestuft.